Geschichte

 Auszug aus der Baumhoelzl – Chronik für die Feuerwehr

Durch magistratischen Beschluß vom 26. September 1826 wurden Sammlungen zur Anschaffung einer dritten Feuerspritze angestellt. Mit diesen Sammlungen, welche 130 Gulden betragen haben, dann mit Beiträgen aus der hiesigen Stiftungs- und Kommunalkasse wurde von den hiesigen Werksleuten eine dritte  Feuerspritze um die Summe von 569 Gulden, 30 Kreuzern verfertigt und für diese und die zweite Feuerspritze um 62 Gulden Schläche angeschafft.

Am 30. Oktober (1826)  wurde beschlossen, dass auf Kosten des Marktes ein Haus zur Aufbewahrung der Feuerlöschrequisiten erbaut werden sollte. Der Bau wurde auch in diesem und dem nächsten Jahr ausgeführt. Auf der Vorderseite  des Gebäudes, oberhalb der Tür, wurde aus Gußeisenbuchstaben die Inschrift “Feuerlöschrequisiten” angebracht.

Am 27. Juni 1828 wurde die neue Feuerordnung für den Markt Viechtach hergestellt und bei einem eintretenden Schaden die Geschäfte verhältnismäßig unter die Einwohnerschaft verteilt. Am 28. September 1826 wurde die Freiwillige Feuerwehr constituiert und cediert.

1871: Die Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr

Nachdem in den meisten Orten, wo sich Freiwillige Feuerwehren gegründet haben, den letzteren von Seiten der Frauen und Jungfrauen Fahnen gewidmet wurden, haben es sich auch , angeregt durch dies Beispiel, die Frauen und Jungfrauen des Marktes Viechtach zur Aufgabe gemacht, ihrer bereits im sechsten Jahr bestehenden Feuerwehr eine Fahne zu überreichen. Es erließen daher die Bürgerstöchter Franziska Kasparbauer, Monica Schmaus und Anna Lankes am 6. August 1869 einen Aufruf an die hiesigen Frauen und Jungfrauen und nachdem dieselben den Betrag von 148 Gulden gespendet hatten, erbot sich Landgerichtsassessors-Gattin Clara Schaupp, die Stickerei einer Vereinsfahne für die Feuerwehr Viechtach  unentgeltlich zu besorgen. Nachdem nun die Fahne, ein wahres Prachtexemplar, fix und fertig war, sollte die Weihe derselben am Sonntag, 24. Juli, stattfinden. Mittlerweile fand aber die Mobilmachung unserer Armee statt und statt zur Fahnenweihe mussten viele unserer Feuerwehrleute zum Kampfe über den Rhein ziehen. Erst nach Beendigung des für Deutschland ruhmreichen Feldzuges konnte wieder an das Fest der Fahnenweihe gedacht werden und wurde als Tag Sonntag, der 25. Juli 1871 bestimmt. (Es folgt eine Schilderung des Festes.)

Die Freiwillige Feuerwehr bestand 1877 in einer Stärke von 106 Aktiven und 52 Ehrenmitgliedern, unter der Hauptmannschaft des gegenwärtigen Bürgermeisters Herrn Anotn Schmid jr. und der Kommandantschaft des Notariatsbuchhalters Herrn Karl Bleßing. Nach einem Beschluß des Magistrates und der Gemeindebevollmächtigten vom 13.Mai 1870 wurde eine neue Saug- und Druck – Feuerlöschmaschine angeschafft und die Lokalmalzaufschlages (=Bierpfennig) entnommen.

Am 11.Februar 1889 wurde an acht Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr dahier das von Se. Majestät Weiland König Ludwig II von Bayern gestiftet Ehrenzeichen für ununterbrochene 25-jährige Dienstleistung bei der Freiwilligen Feuerwehr verliehen. (Namen sind angeführt.) Die Überreichung fand im Rathaussaale in Gegenwart der gesamten Feuerwehr durch Herrn k. Bezirksamtmann Heerwegen dahier statt.

1894: Die Marktgemeinde Viechtach bezog von Paul Ludwig in Bayreuth eine vierrädrige Saug- und Druckpumpe samt 230 Meter Schläuchen, 14 Normalgewinden und 6,9 MeterSaugschläuche in drei Stück dn mit drei Gewindeschrauben und mit Saugkorb um den Preis von 1 870 Mark. Am 7.November fand die Spritzprobe statt.

Im Herbst 1909 wurde das Feuerlöschrequisitenhaus einem teilweisen Umbau unterzogen.

(Dieser Auszug stammt aus der Festschrift 1978)